Corona-Maßnahmen – was nun erlaubt ist und was nicht

Spielplätze, Museen und Zoos sollen wieder öffnen dürfen – wenn Kontakt- und Hygienebeschränkungen beachtet werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Fragen.

aktualisiert am 29.05.2020

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, bleiben die beschlossenen Kontaktbeschränkungen vorerst bis zum 29. Juni bestehen. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. Mai erneut verständigt. Allerdings gibt es Lockerungen der bundesweit geltenden Maßnahmen. Aufgrund regionaler Besonderheiten oder epidemiologischen Lagen, haben einzelne Bundesländer und Kommunen weitergehende bzw. abweichende Regelungen erlassen. Die einzelnen Verordnungen und Allgemeinverfügungen sind auf den Seiten der jeweiligen Bundesländer zu finden.

Gilt das Kontaktverbot weiterhin?

Die bestehenden Kontaktbeschränkungen bleiben vorerst bis zum 29. Juni bestehen. Grundsätzlich gilt: Kontakte zu Menschen außerhalb der Familie, bzw. der in einem Haushalt lebenden Menschen, sollen weiterhin auf ein Minimum reduziert werden. Das ist auch künftig das wichtigste Mittel, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.
Die einzelnen Bundesländer können Treffen mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte gestatten. Weiterhin gilt: In der Öffentlichkeit ist zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dies gilt auch in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften.

Einzelheiten regeln die Bundesländer für sich.

Gibt es eine Maskenpflicht?

Inzwischen gilt in allen Bundesländern eine Maskenpflicht: Vor allem beim Einkaufen im Einzelhandel und im öffentlichen Personennahverkehr, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Trotz Maske: Die bestehende Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern muss eingehalten werden.

Welche Einrichtungen dürfen öffnen?

Alle Geschäfte dürfen wieder geöffnet haben. Dies erfolgt unter gesteigerten Hygiene-Auflagen. Darüber hinaus gilt: Der Zutritt soll gesteuert und Warteschlangen vermieden werden. Auch Fitnessstudios und Freibäder dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Auch alle Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben geöffnet. Diese müssen aber zwingend die gestiegenen hygienischen Anforderungen beachten.

Gaststätten dürfen ebenfalls schrittweise wieder öffnen. Dabei sind Abstände zwischen den einzelnen Tischen und Hygienekonzepte strikt einzuhalten. Die Länder entscheiden dabei in eigener Verantwortung, wie sie die Öffnung gestalten.

Auch Spielplätze, Museen, Bibliotheken, Ausstellungen und Galerien, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten können unter Auflagen wieder geöffnet werden. Tierparks und Zoos dürfen nach einer vorübergehenden Schließung in einigen Bundesländern ebenfalls wieder öffnen.

Einige Länder haben in ihrer jeweiligen Zuständigkeit auch die Ausübung von kontaktlosem Sport auf Sportanlagen im Freien zugelassen.

Die konkrete Umsetzung der Regelungen kann in den jeweiligen Bundesländern variieren.
Für die Öffnungen gilt weiterhin: Die Abstandsregeln müssen eingehalten werden, Warteschlangen und Menschenansammlungen auf engem Raum sind nicht erlaubt.

Was bleibt geschlossen?

Weiterhin geschlossen sind Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen. Auch Hallenbäder, Saunen und vergleichbare Anlagen bleiben vorerst geschlossen. Darüber hinaus haben Theater, Opern, Konzerthäuser sowie Kinos vorerst noch nicht geöffnet.

Wann öffnen die Schulen wieder?

Der Bund-Länder-Beschluss vom 15. April sieht vor, dass die Schulen ab dem 4. Mai wieder schrittweise öffnen dürfen. Vorrangig zunächst für Schüler der Abschlussklassen und für die Jahrgänge, die im nächsten Schuljahr ihre Prüfungen ablegen. Aber auch Grundschüler, die im Sommer auf einer weiterführende Schule wechseln, sollen wieder am Unterricht teilnehmen.

Auch hier sind die Regelungen der einzelnen Länder zu beachten.

Was gilt für Kitas?

Die Öffnung von Kitas ist abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Bis zum 6. Mai sollen Vorschläge für die weitere schrittweise Öffnung von Kinderbetreuungsangeboten, Schulen und auch Sportstätten erarbeitet werden.

Wann öffnen Friseure wieder?

Friseure dürfen unter strengen hygienischen Auflagen und unter Beachtung der geltenden Abstandsregeln seit dem 4. Mai wieder geöffnet haben. Auch hier gilt die Maskenpflicht. Vorerst geschlossen bleiben dagegen Dienstleistungsbetriebe im Bereich der nicht medizinischen Körperpflege, wie Nagelstudios, Massage-Salons oder Tattoo-Studios, in denen ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Ausgenommen sind medizinisch notwendige Behandlungen, beispielsweise die medizinische Fußpflege bei Diabetikern.

Können Gottesdienste wieder stattfinden?

Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen dürfen fortan wieder stattfinden – soweit die Auflagen des Infektionsschutzes und die allgemeinen Abstandsregeln (1,5 bis 2 Meter) eingehalten werden.

Besondere religiöse Feste wie Taufen, Hochzeiten oder Trauergottesdienste können nur im kleinen Kreis stattfinden.

Auch hier regeln die Bundesländer die jeweiligen Einzelheiten.

Wann dürfen wir wieder verreisen?

Es gilt bisher noch eine weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni. Die Bundesregierung will diese aber bald für 31 Länder aufheben. In vielen Ländern gibt es drastische Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr. Weltweit haben Staaten Einreisebeschränkungen erlassen und das öffentliche Leben eingeschränkt. Die Gefahr, dass Reisende ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Auflagen nicht mehr antreten können, ist daher in vielen Ländern hoch.

Für Reisen im Inland gelten die Regeln der einzelnen Bundesländer. Wer verreisen will, sollte einen Blick auf die aktuellen Informationen des jeweiligen Bundeslandes werfen, in dem das Reiseziel liegt.

Bei allen eventuellen Reisen gilt: Die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln sind einzuhalten.

Wann machen Fitnessstudios wieder auf?

Fitnessstudios dürfen unter bestimmten Auflagen schrittweise wieder öffnen. Einzelheiten regeln die Bundesländer.

Das wird weiterhin empfohlen:
  • Seltener und möglichst zu Zeiten mit wenig Andrang einkaufen gehen
  • Wichtige Hygieneregeln beachten, wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • Husten und niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Körperkontakt mit anderen Personen wie Umarmungen und Händeschütteln vermeiden
  • Möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel, sondern besser Fahrrad oder Auto nutzen
  • Zur Information nur gesicherte Quellen nutzen
  •  Hilfe für ältere oder chronisch kranke Menschen anbieten, etwa in dem man für sie einkauft
  • Bei Corona-Symptomen nicht direkt zum Arzt fahren, sondern vorher telefonischen Kontakt mit der Praxis oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) aufnehmen
Top