Alltag in Zeiten des Corona-Virus

Ein gemütliches Picknick am See oder ein Treffen mit Freunden im Garten – gerade jetzt im Frühling wollen wir raus und das Leben genießen. Doch das Coronavisrus macht uns einen Strich durch die Rechnung.

Ein gemütliches Picknick am See oder ein Treffen mit Freunden im Garten – gerade jetzt im Frühling wollen wir raus und das Leben genießen. Doch das Coronavirus macht uns einen Strich durch die Rechnung: Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, sind Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit verboten. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. März verständigt, und diesen Beschluss in ihrer Telefonkonferenz am 30. April noch einmal bis zum 10. Mai 2020 verlängert.

Aufgrund regionaler Besonderheiten oder epidemiologischen Lagen haben einzelne Bundesländer und Kommunen weitergehende bzw. abweichende Regelungen erlassen. Die einzelnen Verordnungen und Allgemeinverfügungen sind auf den Seiten der jeweiligen Bundesländer zu finden.

Grundsätzlich gilt: Nur zwei Personen dürfen gemeinsam draußen unterwegs sein, wenn eine davon nicht zur eigenen Familie gehört. Für die Kernfamilien (Eltern und Kinder) gilt das nicht. In der Öffentlichkeit ist zwingend ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Dies gilt auch in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften.

Kontakte zu Menschen außerhalb der Familie, bzw. der in einem Haushalt lebenden Menschen, sollen auf ein Minimum reduziert werden. Das ist weiterhin aktuell das wichtigste Mittel, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Das Land Niedersachsen hat dies mit einer Allgemeinverfügung für ganz Niedersachsen geregelt.

Was ist jetzt noch erlaubt? Darf ich meine Freunde besuchen? Darf ich meine nicht bei mir lebenden Kinder besuchen? Was ist mit Paaren, die nicht zusammenwohnen? Wir haben hier die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Besuch von der Familie und Verwandten
Darf ich meine Eltern oder Großeltern noch besuchen?

Die sozialen Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts sollen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Damit dürfen Elternteile, die getrennt voneinander leben, weiterhin ihre Kinder besuchen und umgekehrt. Aber: Da ältere Menschen über 60 Jahre zu der Risikogruppe gehören, die sich besonders leicht mit dem Coronavirus anstecken kann, sollte auf diese Besuche zum Schutz der Eltern und Großeltern verzichtet werden.

Stichwort „getrennt lebend“: Sind Umgangskontakte erlaubt?   

Für Patchwork-Familien oder getrennt lebende Eltern ist die Corona-Krise eine besondere Herausforderung. Sollen bzw. dürfen die Kinder weiterhin zwischen ihren Elternteilen pendeln?

Der regelmäßige Umgang eines Kindes mit jedem Elternteil gehört auch in Krisenzeiten zum Wohl des Kindes. In Trennungsfamilien behält grundsätzlich die bisherige Vereinbarung oder gerichtliche Festlegung weiterhin ihre Gültigkeit und ist von beiden Elternteilen verbindlich einzuhalten. Allerdings sollten auch hier weitere soziale Kontakte mit Dritten vermieden werden.

Der Umgangskontakt fällt auch nicht ohne weiteres aus, wenn das Kind mit dem Corona-Virus infiziert ist, denn auch der umgangsberechtigte Elternteil kann sich um das erkrankte Kind kümmern.

Wurde das Kind, der betreuende oder der umgangsberechtigte Elternteil positiv auf das Corona-Virus getestet, ist der andere Elternteil sofort zu benachrichtigen. Darüber hinaus wird das Gesundheitsamt eine 14-tägige häusliche Quarantäne anordnen, binnen derer die positiv getestete Person und die mit ihr in einem Haushalt lebenden Personen die Wohnung nicht verlassen dürfen. In diesem Fall muss der vereinbarte Umgang entfallen.

Gleiches gilt auch dann, wenn das Kind unter einem so schweren Infektionsverlauf leidet, sodass der behandelnde Arzt von einem Transport des Kindes zu dem umgangsberechtigten Elternteil aus medizinischen Gründen abrät und dies ärztlich bescheinigt.

In beiden Fällen kann der betreuende Elternteil dem Umgangsberechtigten jedoch freiwillig einen Nachholtermin für den entfallenden Umgang anbieten.

Eine reine Sorge desjenigen Elternteils, bei dem das Kind überwiegend lebt, um dessen Gesundheit, ist kein ausreichender Grund, den Umgang zu unterbrechen oder zu entziehen.

Pfingsten steht vor der Tür. Dürfen wir als Familie zusammen feiern?

Familien, die nicht gemeinsam wohnen oder in gerader Linie verwandt sind, werden sich an diesem Pfingstfest nicht persönlich sehen dürfen. Die Kontaktbeschränkung gilt auch in diesem Fall, das heißt, gegenseitige Besuche, auch im Familienrahmen, sind nicht erlaubt.

Wir haben einen Trauerfall in der Familie. Dürfen wir an der Beerdigung teilnehmen?

Trauerfeiern bzw. Beerdigungen dürfen durchgeführt werden. Daran teilnehmen darf aber nur der engste Familienkreis. Auch hier muss der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden. 

Besuch von Freunden
Mein Lebenspartner und ich wohnen nicht zusammen. Darf ich ihn besuchen?

Paare, die nicht zusammenleben, dürfen sich gegenseitig besuchen. Die Fahrt zum Partner oder zur Partnerin an einem anderen Ort in Deutschland ist möglich. Ausnahmen gelten für Bayern, Sachsen und das Saarland. Hier sollte im Zweifelsfall ein Blick in die Regelungen, der für die Kontaktverbote zuständigen Bundesländer, geworfen werden.

Darf ich Freunde in deren Wohnung besuchen?

Besuche von Freunden (unabhängig vom Alter) sind generell nicht erlaubt! Es gilt, dass sich jegliches Treffen zuhause ausschließlich nur auf den gemeinsamen Hausstand konzentrieren darf. Damit sind auch keine kleinen Feiern oder Spiele-Abende zulässig.

Darf ich mich mit meinen Freunden draußen treffen?

Alle Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen sind verboten – außer es sind Angehörige des eigenen Hausstandes. Es ist also beispielsweise erlaubt, sich mit einem Freund zu treffen, um spazieren zu gehen oder Sport zu treiben, aber nur zu zweit und nicht zu dritt. Und auch hier gilt: mindestens 1,50 Meter Abstand halten.

Darf ich mich um meine älteren Nachbarn kümmern?

Ältere Menschen gehören zur Risikogruppe und sind besonders gefährdet. Sie gilt es zu schützen und zu unterstützen. Deshalb steht einer nachbarschaftlichen Hilfe, wie z.B. dem täglichen Einkauf, nichts im Wege – wenn der Mindestabstand strikt eingehalten wird.

Was gibt es für Ausnahmen?

Von dem Kontaktverbot wird nur Abstand genommen, wenn die teilnehmenden Personen

  • in gerader Linie verwandt sind,
  • Ehegatten, Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner sowie in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen sind,
  • Personen sind, die aus geschäftlichen, beruflichen oder dienstlichen, sowie aus prüfungs- oder betreuungsrelevanten Gründen unmittelbar zusammenarbeiten müssen oder
  • Personen sind, die bestimmungsgemäß zumindest kurzfristig zusammenkommen müssen (z.B. ÖPNV),
  • an Beerdigungen im engsten Familienkreis teilnehmen,
  • in Begleitung minderjähriger oder unterstützungsbedürftiger Personen sind,
  • zu Blutspendediensten und -terminen gehen. Es soll dazu ermuntert werden.
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