Tickets für abgesagte Veranstaltungen und Festivals

Zahlreiche Konzert-Highlights, Festivals und Tourneen sollte es in diesem Jahr in Deutschland geben. Bereits Monate im Voraus wurden Konzertkarten gekauft und den Auftritten der Künstler entgegengefiebert. Im Zuge der Corona-Krise wird daraus leider nichts: Alle Veranstaltungen wurden abgesagt. 

Zahlreiche Konzert-Highlights, Festivals und Tourneen sollte es in diesem Jahr in Deutschland geben. Bereits Monate im Voraus wurden Konzertkarten gekauft und den Auftritten der Künstler entgegengefiebert. Im Zuge der Corona-Krise wird daraus leider nichts: Alle Veranstaltungen wurden abgesagt. 

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn der Veranstalter das Konzert absagt oder verschiebt?

Nach der Rechtsprechung wird vielfach angenommen, dass es sich bei einem Konzert um einen sogenanntes „absolutes Fixgeschäft“ handelt. Dies bedeutet, dass das Konzert auch wirklich zu dem bestimmten Termin stattfinden muss – denn der Veranstalter kann nicht erwarten, dass ein Kunde zu jedem Termin kann. Es kann auch sein, dass das Konzert tatsächlich nicht nachholbar ist. Dies ist etwa bei einer Abschiedstournee der Fall. 

Die Folge ist, dass dem Konzertveranstalter die Darbietung des Konzertes unmöglich geworden ist, § 275 Abs. 1 BGB. Dies hat zur Folge, dass der Kunde das Recht hat, sein Ticket zurückzugeben und den Preis dafür erstattet zu bekommen. Auch wenn die Tickets nur vermittelt wurden, etwa über die Firma Eventim, ist doch der Konzertveranstalter in die Pflicht zu nehmen.

Generell behalten im Umkehrschluss aber auch gekaufte Tickets ihre Gültigkeit.

Muss ich einen Gutschein akzeptieren?

Der Ticketpreis kann also zurückgefordert werden. Auch muss man sich nicht auf einen Gutschein verweisen lassen. 

Dies gilt auch für alle Veranstaltungen, die aufgrund des behördlichen Verbots untersagt wurden, etwa Fußballspiele der Bundesliga. Insoweit ist dem Veranstalter die Darbietung der geplanten Veranstaltung rechtlich unmöglich. Auch hier kann der Ticketpreis zurückgefordert werden. 

Gutscheine statt Bargeld: Das soll gesetzlich gelten, wenn Veranstaltungen wegen der Corona-Krise ausfallen oder verschoben werden. Nach jetzigem Stand, soll die Regelung für alle Veranstaltungs-Tickets gelten, die vor dem 8. März 2020 gekauft wurden.

Die Gutscheine sind bis Ende 2021 gültig und können für den Nachholtermin der abgesagten Veranstaltung oder eine andere Veranstaltung desselben Anbieters genutzt werden. Ist der Gutschein bis dahin nicht eingelöst, sollen Verbraucher ihr Geld (inklusive Vorverkaufsgebühren) zurückerhalten.

Ausnahme: Wer ohne Rückzahlung nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten oder notwendige Kosten wie Miete oder Strom zu bezahlen, kann auf die Rückzahlung des Geldes bestehen und muss keinen Gutschein akzeptieren. Die sogenannte „Härtefallklausel“ gilt auch, wenn die Veranstaltung z. B. während einer Urlaubsreise geplant war und der Nachholtermin mit hohen Kosten verbunden wäre.

Noch steht aber nicht fest, ob der Gesetzesentwurf wie geplant beschlossen wird und wann die Regeln in Kraft treten. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Gilt das auch für „Geisterkonzerte“?

Das Konzert oder die Veranstaltung findet statt, allerdings ohne Zuschauer – bleibt damit der Ticketpreis erhalten? Hier wurden Tickets für eine Veranstaltung gekauft, in der die Künstler oder Fußballspiele live und nicht über einen Bildschirm erlebt werden wollten. Insofern ist man vom Konzert ausgeschlossen und der Ticketpreis kann zurückverlangt werden.

Was passiert mit meinen Hotelkosten?

Grundsätzlich ist es für ein Hotel nicht wichtig, aus welchem Grund im Hotel übernachtet wird. Nach § 537 BGB muss der Übernachtungspreis grundsätzlich bezahlt werden. Das Hotel muss sich aber ersparte Aufwendungen anrechnen lassen. Der Preis kann ganz entfallen, wenn das Zimmer anderweitig vermietet wird. 

In Zeiten von Corona gelten aber andere Regeln. In Hotels, Pensionen oder Herbergen dürfen keine Gäste zu touristischen Zwecken aufgenommen werden. Dem Hotel ist die Leistung unmöglich, § 275 Abs. 1 BGB. Damit entfällt nach § 326 Abs. 1 BGB auch der Anspruch auf die Gegenleistung. Somit muss der Hotelpreis nicht bezahlt werden. Tipp: Sicherheitshalber sollte gegenüber dem Hotel der Rücktritt erklärt werden, sofern das Hotel die Buchung nicht von sich aus storniert. Zu Ihrer eigenen Sicherheit ist Ihnen anzuraten, gegenüber dem Hotel Ihren Rücktritt zu erklären, sofern das Hotel die Buchung nicht selbst storniert. 

Wurde der Zimmerpreis bereits gezahlt, hat man Anspruch auf Rückerstattung. 

Was ist mit meinem Bahnticket? 

Die Beförderung mit der Bahn ist weiterhin möglich. Von der Bahn kann somit keine Rückerstattung des Ticketpreises verlangt werden. Fraglich ist, ob der Veranstalter diesen als Aufwendungsersatz nach § 284 BGB leisten muss. Dies erfordert eine Pflichtverletzung des Veranstalters, welche von ihm zu vertreten ist. 

Die Absage der Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise erfolgte aufgrund eines behördlichen Verbotes. Somit hat er die Pflichtverletzung nicht zu vertreten und muss das Bahnticket nicht bezahlen. Dies gilt auch für alle anderen Schadensersatzansprüche in diesem Zusammenhang. Es kann aber sein, dass die Bahn aus Kulanz den Ticketpreis erstattet. Ein Anspruch hierauf gibt es allerdings nicht.

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